Mein allerblödester Manifestationsfehler


Ich saß in einem scheußlichen Gewerbegebiet in einem scheußlichen Büro und starrte auf einen scheußlichen  Strommasten vor dem Fenster. Ich konnte nicht glauben, in welchen Job ich mich da hineinlaviert hatte und seit geschlagenen 4 Jahren fest saß. Ich hatte wie immer alle Jobbörsen durchforstet und nicht die geringste Ahnung, wie ich weitermachen sollte.


Also fing Ian nach  ungewöhnlichen Mitteln zu suchen.  Ganz nach dem Motto "Wenn nichts mehr hilft, dann halt Feng Shui" und so las ich ein Buch nach dem anderen, versuchte meine Wohnung möglichst harmonisch zu gestalten und mir bleib vor allem eins hängen: ES IST WICHTIG, WORAUF DEIN BLICK RUHT. 


Also klebte ich wie wild Collagen aus Bildern, die meinen Job repräsentieren sollten und schrieb eine Liste, was ich mir alles wünschte:


der Job sollte am Besten mitten in der Stadt sein, mit Design zu tun haben oder Architektur (auch wenn ich BWLerin war-egal) und ich wollte vor allem junge, großartige Kollegen, die ich auch wirklich mochte. Und vor allem: Ich wollte kein normales Vorstellungsgespräch mit Stärken und Schwächen-blabla und langweiligen Bewerbungsmappen. 


Neben mein Bett hängte ich ein Bild, auf dem das Meer zu sehen war und ich dachte jeden Abend vor dem Einschlafen "Ein Meer von Möglichkeiten erwartet mich" (diesen Satz liebe ich übrigens heute noch. Ich finde ihn erstaunlich beruhigend.)


Fast forward und ich saß in einer todschicken Designagentur (wie ich zu dem Job kam, habe ich hier geschrieben) - und war unglücklicher denn je.


Jetzt hatte ich all das, was ich DACHTE zu wollen: ich war in der Stadt, die Kollegen waren ein Traum, die Designagentur die angesagtesten überhaupt. Aber ich hasste geradezu meinen Job als Projektmanagerin.


Ich hatte das allerwichtigste vergessen:  GLÜCKLICH in meinem Job zu sein.


Du kannst die äußeren Umstände bis ins Detail festlegen, aber der einzig wichtige Wunsch ist es GLÜCKLICH ZIU SEIN. Der Rest klärt sich dann von ganz alleine.